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Gedanken zu Dresden

 
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Webmaster Tobias
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Anmeldedatum: 31.08.2007
Beiträge: 84

BeitragVerfasst am: 02.09.2007, 17:08    Titel: Gedanken zu Dresden Antworten mit Zitat

Dresden
- Eine persönliche Rezession -

Als der Fernsehfilm des Jahres gepriesen, konnte der Film „Dresden“ schon im Vorab sehr viel Lob einheimsen. Doch ist dieses Lob gerechtfertigt? Kann ein Film den Luftangriff auf Dresden im Februar 1945 überhaupt so darstellen, dass es dem historischen Anspruch gerecht wird? Oder gar den Ansprüchen und Wünschen der Menschen, die dieses schreckliche Szenario durchlebt haben?

Diesen Fragen und auch die letztendliche Umsetzung des Films möchte ich aus meiner Sicht der Dinge darstellen.

Es ist Sonntagabend. Ganz gespannt warte ich, dass es endlich 20:15 Uhr wird. Endlich ist es so weit. „Der Film des Jahres wird Ihnen präsentiert von TV Movie“ – Ohh Gott, was ist das denn??? Die Erwartungen werden unerträglich hoch gesteckt. „Dresden“, die teuerste Fernsehproduktion, wird als Film des Jahres gepriesen. Was nun kommen kann, ist doch eigentlich nur noch eine Enttäuschung, so dachte ich in diesem Moment.

Der Film beginnt, die dunklen Bilder steigern die Spannung und intensivieren in mir ein Gefühl von Anspannung und Neugier. Der Zuschauer sieht die Stadt Dresden, in Schwarz-Weiß, in voller Schönheit erstrahlen. Dresden in Schwarz-Weiß zu erleben gab mir einen besonderen Eindruck und stellt ein klares Bild bezüglich der Vergangenheit von Dresden dar. Die ganze Schönheit von Dresden wird in diesen Bildern eingefangen und dem Zuschauer präsentiert. Ein gelungener Anfang, betrachtet man es unter dem historischen Aspekt.

Die Handlung beginnt und es wird schnell klar, wie der Film aufgebaut ist. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte in Zeiten des Krieges. Eine Liebesgeschichte, die keine normale ist. Sie ist eine gesellschaftlich nicht akzeptierte und tolerierte. Die Tochter eines Dresdener Krankenhausbesitzers, Anna, gespielt von Felicitas Woll, verliebt sich in den Feind. Den Feind des „Hitlerregimes“. Den Feind der Deutschen?! – einen englischen Bomberpilot.

Die Zukunft der jungen Krankenschwester Anna, die in Zeiten des Krieges ihrem Vater zu liebe (von Heiner Lauterbach gespielt), auf ihr Studium verzichtet, scheint geregelt.
Mit Alexander, dem Oberarzt, soll Anna sich verloben. So zumindest planen es die Eltern von Anna und Alexander. Sie weiß zu diesem Zeitpunkt aber noch nichts von ihrem Glück.

Dann aufregende Szenen - die Flugzeuge der Briten befinden sich im Angriff auf Magdeburg, dunkle Bilder - die Stimmung in den Flugzeugen fröhlich, zu fröhlich um den ernst der Situation klarzumachen. Dann Szenarien der Gewalt – die Bomben fallen und Magdeburg in Flammen. Die Handlung scheint abgeschlossen – doch plötzlich deutsche Kampfpiloten, die die Brieten angreifen. Flugzeuge stürzen ab, drei Piloten können sich in letzter Sekunde retten, darunter auch Robert (gespielt von John Light).

Es folgt eine brutale Szene. Unschuldige Kinder, die in Zeiten des Krieges auf den Wiesen spielen und das Flugzeug abstürzen sehen. Dann eine Gruppe von Menschen, alle mit dem Ziel, die Überlebenden des Absturzes zu exekutieren. Eine Racheaktion, die auf die Unzufriedenheit und die Wut der Einwohner des Landes hinweisen soll. Nur einer kann mit einer Schussverletzung entkommen, Robert.

Im Krankenhaus geht es drunter und drüber, zu allem Übel fehlt Morphium, das Annas Vater braucht, um eine Kaution zu zahlen. Er plant die Zukunft der Familie abzusichern und versucht mit seiner Familie zu flüchten und sich eine neue Existenz in der Schweiz aufzubauen.
Diese Tat erscheint sehr uneigennützig, aber auf Kosten der Kriegsverletzten im Krankenhaus.

Robert, welcher schwer getroffen ist, sucht das Krankenhaus und versteckt sich dort im Keller. Es kommt wie es kommen muss. Auf der Suche nach Essen und Trinken wird er von Anna gesehen, die ihm folgt und sein Versteck im Keller nun kennt.

Von Selbstzweifeln geplagt, entschließt sich Anna, Robert zu helfen. Auffallend ist, dass Robert bis zu diesem Zeitpunkt fast stumm geblieben ist. Als er jedoch sieht, wie sich ein Kind im Krankenhaus erschießen will, weil es seinen guten Freund verloren hat, greift er ein.

Eine hochdramatische Situation, da das Kind, das seinen besten Freund verloren hat, zuvor mit der Schusswaffe gespielt hat und es so zu dem Unfall gekommen ist. Robert geht sehr liebevoll auf den Jungen ein und schafft es ihn zu besänftigen. Er, der Junge, lässt davon ab sich zu erschießen und gibt Robert die Schusswaffe. Anna bekommt diese Situation mit und wird auf eine magische Weise von Robert angezogen. Robert und Anna bemerken, dass sie ziemlich viel verbindet. Sie scheinen eine ähnliche Position zum Krieg zu haben und sowohl emotional als auch sozial sich gleichende Gefühle und Interessen zu haben. Was kommt, ist eine Liebe ohne Chance, da die Briten schon den Zeitpunkt des Luftangriffes auf Dresden festgelegt haben.

Ein schreckliches Höllenszenario nimmt seinen Lauf. Noch kurz vor dem Angriff will Annas Vater die Familie in die Schweiz schicken. Doch auf dem Weg zum Bahnhof werden Annas Mutter, Anna und ihre Geschwister von dem Bombenangriff überrascht.

Annas Vater, der in Robert eine Gefahr für seine Tochter sieht, hat diesen zuvor eingesperrt. Robert kann sich aber nach dem ersten Bombenangriff auf Dresden befreien und so kommt es inmitten des Dresdner Chaos erneut zu einem Treffen zwischen Anna, ihrem Verlobten, und Robert. Was folgt ist die zweite Angriffswelle. Mit noch größerer Wucht und Gewalt trifft diese Dresden. Anna, Robert und Alexander finden in einem Luftschutzbunker Zuflucht. Doch der Sauerstoff in den Katakomben und Kellern wird knapp.
Man sieht die Not; viele die schon die erste Angriffswelle nicht überstanden haben, sterben nun, weil kein Sauerstoff mehr da ist. Das Feuer erstickt fast alles Leben aus und in der Stadt. Auch Annas Vater ist ein Opfer des Bombenangriffes. Eine qualvolle Situation für Anna, die ihren Vater mit abgeschossenen, oder von der gewaltigen Feuersglut versenkten Beinen, sterben sehen muss.

Wie durch ein Wunder überleben Anna, Robert und Alexander, doch was bleibt ist das Wissen, dass es für Anna und Robert keine Zukunft gibt und vor allem für Dresden eine harte Zeit anbricht. Man sieht die Dresdener Frauenkirche zusammenbrechen, welche dem Feuersturm standgehalten hat und Zufluchtsort von so vielen Friedensuchenden war. Eine unglaublich bedrückende, gleichzeitig auch beeindruckende Szene, die durch die im Anschluss wieder aufgebaute und restaurierte Kirche ihren letzten Höhepunkt hat. Dresden ist zwar getroffen und damit auch tausende von unschuldigen Bürgern, aber das Symbol des Friedens und des Glaubens an eine bessere, friedvolle Zukunft wird in dieser letzten Szene zum Ausdruck gebracht, die im Wiedererstrahlen der aus den Ruinen wieder aufgebauten Frauenkirche ihr Symbol und Wahrzeichen hat.

Offen bleibt die Frage, „wer hat Schuld?“ Es gab nicht nur Lob für diese Art den Bombenangriff auf Dresden darzustellen. So wurden die Liebesszenen zwischen Anna und Robert stark kritisiert, aber vor allem wurde in verschiedenen Zeitungen geschrieben, dass „der Deutsche“ sich in diesem Film mehr als Opfer betrachten würde. Doch diese Situation ist unumgänglich und mit ein bisschen Nachdenken kann sich „der Deutsche“ nicht als Opfer sehen, denn Ausgang allen Übels ist das Regime Hitler, welches das den oftmals im Film betonten, sinnlosen Kampf nicht aufgeben will und immer noch an einen Endsieg glaubt.

Dieser Glaube wird stark ironisiert, unter anderem durch einen Juden, der mit der Freundin von Anna verheiratet ist. Dieser hat die Funktion auch diese Seite des Krieges darzustellen. Jedoch wird die damalige Situation der Juden letztendlich nicht wirklich klar und deutlich rausgearbeitet. Hier wäre es tatsächlich vielleicht anders besser gelöst worden. Aber es wird ganz klar, dass Dresden zwar ein Opfer ist, aber nicht das Opfer der Alliierten, sondern das Opfer des Regimes.

Der in meinem Bericht kürzer beschriebene zweite Teil des Dramas ist sehr sprunghaft und zuweilen hektisch. Einerseits schafft der Film es damit die Spannung zu erhöhen und das Drama auf die Spitze zu treiben, jedoch nimmt es zuweilen auch die Möglichkeit, sich die Situation etwas klarer zu machen. Es lässt dem Zuschauer kaum Luft zum Atmen.

Die Liebesgeschichte schadet der historischen Darstellung dennoch nicht. Sie gibt dem Film nur einen Rahmen. Die Tatsache, dass es wirklich einige solcher Liebesbeziehungen zwischen Alliierten und Deutschen gab, lässt noch mal ganz klar werden, dass der Krieg zu einer gesellschaftlichen Hürde geworden ist.

Zu einer Hürde zwischen Liebe und Hass, zwischen Feind und Freund und zwischen Mensch und Unmensch. Letztendlich geht die menschliche Würde verloren. Die Moral einer verbitterten Gesellschaft wird deutlich aufgezeigt.
Nach dem Angriff au Magdeburg und dem folgenden Absturz, erschießt eine Gruppe Deutsche aus Rache und Wut über die Kriegssituation Roberts Freunde und Mitinsassen in dem Flugzeug

Auf eine geradezu tragische Weise werden die unschuldigen Kinder dargestellt. Sie sind absolut die Leidtragenden in dem Krieg und trotzdem müssen sie weiterleben, wie der Junge, der seinen besten Freund verloren hat. Eine traurige Tatsache, die aufs Neue die Intention des Films unterstreicht. Der Film soll erinnern, nicht aber eine Schuldzuweisung für den Angriff auf Dresden sein. Und er soll den Lebenswillen der Bevölkerung betonen.

Die Erwartungen, die zu Beginn mit dem Satz „Film des Jahres“ extrem hoch gesteckt waren, konnten erstaunlich gut erfüllt werden. Wobei es natürlich einzelne Kritikpunkte gibt, die den Film aber nicht schlechter machen. Die Herausarbeitung der Situation der Juden scheint nicht wirklich gelungen, man hätte sie eventuell ganz weglassen sollen. Oder aber auch der Feuersturm, welcher zu wenig deutlich machte, dass viele Menschen in der Dresdener Frauenkirche Schutz gefunden haben. Es bleibt unklar, ob die Luftschutzbunker diejenigen unter der Kirche waren, so wie es wohl in Realität war.

Ich denke, der Mut den Film zu machen, wurde auch letztlich durch das Publikum belohnt. Über 12 Mio. Menschen hat es interessiert, was das Schicksal Dresdens in diesen letzten Kriegstagen war. Und letztlich bleibt dem Zuschauer natürlich die eigene Meinung. Dadurch, dass wir am Ende des Filmes die Frauenkirche wieder neu errichtet sehen, wirkt es wie eine Versöhnung mit einer sehr traurigen Zeit. Die Menschen haben nicht aufgegeben und haben die Frauenkirche wiedererrichtet. Was bleibt, sind die vielen Opfer, was mehr als deutlich und teilweise krass filmisch dargestellt wurde.

Die Zeit und der Angriff auf Dresden darf nicht vergessen werden. Dies ist für mich die „Konklusion“ des Filmes.

In wieweit er der Historie exakt gerecht wird, kann ich nicht beantworten. Aber alleine die Tatsache an diesen Angriff erinnert worden zu sein und auch das Interesse beim Publikum, lassen doch auf großes geschichtliches Interesse schließen.

Tobias Schumacher

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Lolle



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BeitragVerfasst am: 17.10.2007, 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

beeindruckende rezension, habe doch tatsächlich alles gelesen:) schreiben nämlich zur zeit in der schule auch rezensionen und da ist es auch mal ganz interessant andere rezensionen zu lesen, wobei ich ja auch den film kenne Smile

ich fand das ende besonders traurig, da der erzähler gesagt hat, wie es weitergeht und das robert gestorben ist (ich bin mir nicht sicher, war es ein Flugzeugabsturz?)
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Webmaster Tobias
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Beiträge: 84

BeitragVerfasst am: 18.10.2007, 00:29    Titel: Dresden, ein Kommentar Antworten mit Zitat

ja es war glaub ich ein Flugzeugabsturz! Danke Dir für deine Worte und deine Geduld es zu lesen. Ich muss dazu sagen, dass ich das vor mehr als einem Jahr geschrieben habe, eigentlich direkt nach "Dresden" ausgestrahlt wurde.
_________________
Viele Grüße

Webmaster Tobias
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